Meine ersten Begegnungen mit Bienenvölkern

Bienenhaus
Bienenhaus

Eigentlich begann alles mit dem Einfangen einen Bienenschwarmes und dem Besuch eines Bienenhauses. Der feine Geruch, den die Bienen dort verströmten, verstärkten in mir als ausgesprochenem „Honigschlecker“ den insgeheim gehegten Wunsch, einmal eigene Bienen zu besitzen. 2004 machte ich schließlich ernst: in Weißensberg am Bodensee startete ich mein neues Hobby mit weiteren eingefangenen Schwärmen und sechs Bienen-Beuten. Schon im folgenden Jahr besaß ich zwölf gut überwinterte Bienenvölker. Durch den Zukauf weiterer Bienen-Beuten und das Einfangen teils sehr großer Schwärme, die keiner wollte, war ich plötzlich bei der stattlichen Anzahl von 21 Bienenvölkern.

Zu dieser Zeit „honigte“ der Wald sehr stark, so dass eine Woche nach dem ersten Schleudern Bienenbärte (Bienentrauben) wie Schwärme vor den Fluglöchern hingen, die immer größer wurden. Ratlos rief ich eine alte Imkerin herbei, die bei diesem Anblick die Hände über dem Kopf zusammenschlug und ausrief: „Ja bei Ihnen honigen ja auch die Zaunpfähle. Sagen Sie das ja nicht weiter, denn der Neid unter Imkern ist sehr groß.“ Für mich war das ganze ein einmaliges Erlebnis. Ich rüstete meine alte Honigschleuder schnellstmöglich von der Handkurbel auf einen elektrischen Antrieb um, kaufte alle Honigeimer auf, die ich bekommen konnte und erntete in diesem einen Jahr fast 2500 kg Honig.


Bienenschwarm
Bienenschwarm

Weißensberg liegt am Rande des Allgäus und ist mit seinen Naturschutzgebieten im Umkreis, den naturnahen Wiesen, den Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen und den Waldungen ein ideales Trachtgebiet (Honiggebiet) für die Bienen. (Die Tracht ist der Honig, den die Honigbienen in den heimischen Bienenstock einbringen und nicht selbst verbrauchen, so dass dieser Anteil durch die Imkerei geerntet werden kann.) Im Frühjahr besteht die Haupttracht bei guter Witterung aus Löwenzahnblüten, Wildkirsche, Ahorn, Weißdorn, Schlehen und den alten Obstbäumen der Streuobstwiesen sowie einer Vielzahl von Begleitblüten aus Wald und Flur und den umliegenden Feuchtgebieten. Die Sommer- und Spättracht besteht aus Himbeere, Brombeere, Faulbaum, Wald- und Wiesenblumen, Edelkastanie, Akazie, Linde sowie aus dem Honigtau von Weißtanne, Tanne, Fichte, Ahorn, Eiche, Linde , Efeu, Balsamiene und weiteren Begleitblüten. (Honigtau ist eine zuckerhaltige Ausscheidung von an Pflanzen saugenden Insekten.)

Ab Ende Mai wandere ich mit einem Großteil meiner Bienenvölker ins Allgäu bis nach Sonthofen /Oberstdorf. Dort stehen die Völker bis zum Ende der Löwenzahnblüte im Tal. Anfang Juli 2016 wanderte ich mit den Bienen zum ersten mal mit einer Sondergenehmigung in die Alpenrosenblüte zum Fellhorn auf eine Höhe von ca. 1700 Meter. Trachtpflanzen des Fellhorngebietes sind unter anderem die Alpenrose, Enzianarten, Distelarten, Arnikablüten, Heidelbeere, Küchenschelle, Windröschen, Silberwurz, Augentrost, Wundklee, Johanniskraut, Gamswurz, Aurikel, Steinbrech, Sonnenröschen, Schneeheide, Alpendost, Alpenthymian, Heckenrose und Teufelskralle. 2015 war der Jahrhundertsommer und ich hatte das Glück, gleich zweimal reichlich zu schleudern. Alpenrosenhonig und Hochgebirgs-Alpenhonig sind eine besondere Rarität, da das Wetter in den Bergen oft sehr wechselhaft ist, Schneefall und Kälte keine Seltenheit sind und die Bienen nicht mal den Honig für sich selbst sammeln können und gefüttert werden müssen. So ist es eine gewisse Liebhaberei, an diesen doch so wertvollen und schmackhaften  Honig zu gelangen.